Portrait

Design im Futur II

Mit dem Thema «Hello Future» feiert die Design Biennale Zürich Premiere – und ermöglicht es, den Alltag dieser Stadt mit neuen Augen zu erleben.

Mit dem Thema «Hello Future» feiert die Design Biennale Zürich Premiere – und ermöglicht es, den Alltag dieser Stadt mit neuen Augen zu erleben.

In den Strassen Zürichs wird vom 7. bis 10. September ein neuer Typus des Touristen beobachtet werden können. Er trägt nicht Funktionskleidung, er trägt eine Diskursbrille. Wo sich die einen über den Reiseführer beugen und Schlagworte wie «charmant» oder «Sehenswürdigkeit» lesen, da setzen sich die anderen mit Vokabeln wie «kritisch», oder «innovativ» auseinander.

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Der doppelstöckige Pavillon beweist die Leistungsfähigkeit robotischer Fabrikationsprozesse in der Architektur. © Gramazio Kohler Research, ETH Zürich

Wo sich die einen vom Zürichsee zum Münster schleppen, da besuchen die anderen Werkstätten und Schauplätze von Interventionen, Installationen ab. Die Rede ist von Design-Touristen, nennen wir sie kurz: Designisten.

Die erste Design Biennale Zürichs

Seit Biennalen die Ausweitung der Kunstzone auf ganze Städte vorantreiben, verschmilzt der Typus des Städtereisenden mit dem des Kunstbetrachters. So auch bei der ersten in Zürich, die Anfang September statt finden und von Fabienne Barras, Gabriela Chicherio und Andreas Saxer kuratiert wird. Vier Monate, nachdem sie für ihr Projekt über Wemakeit genügend finanzielle Mittel sammeln konnten.

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Das Designerduo Studio ilio zeigt in «The Colour of Hair», wie aus wiederverwertetem menschlichem Haar die Oberflächenstruktur von Metall gestaltet werden kann.

Zurück in die Zukunft

Der Wunsch, sich in die Zukunft zu bewegen, ist dabei unübersehbar. Da streckt sich im alten Botanischen Garten in Zürich ein Pavillon in die Höhe, entworfen und gebaut von Industirerobotern. Da zeigen Designer in «The Colour of Hair», wie aus wiederverwertetem menschlichem Haar die Oberflächenstruktur von Metall gestaltet werden kann.

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Per Mausklick auf 200 Jahre Textildesign, Stoffmuster und die Geschichte der Zürcher Seidenindustrie zugreifen: Mit dem Projekt «Silk Memory» hat die Hochschule Luzern – Design & Kunst zahlreiche Textilien aus Firmenarchiven in einer Datenbank erfasst. Bild: Fertiges Testbrett für einen Holzstoff (links) und der Herstellungsprozess eines Holzstoffes (rechts) © Sophie Schuepbach, HSLU D&K, Objektdesign

Auf dieser Biennale flottieren Begriffe, Thesen und Diskurse, die die Gegenwart gerade zu Digitaltechnik, Robotik und der Zukunft überhaupt umtreiben. Künstliche Intelligenz schwingt immer mit, zusammen mit Nachhaltigkeit, Recycling, Gesellschaft und Selbstoptimierung.

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Phononische Kristalle, die Schwingungen schlucken – ganz ohne Elektronik und Strom. Christian Lauchenauer, der Designer in Residence an der Empa, entwirft die Zukunft des neuen Materials.

Wie sieht der Stoff der Zukunft aus? Welche Möglichkeiten birgt die digitale Fabrikation? Die drei Themengebiete Technologie, Gesellschaft und Material zu «Hello Future» ziehen sich als roter Faden durch rund 20 Positionen à 6 Ausstellungsorte der Biennale und bieten so Einblicke in die Chancen des modernen Designs.

Design Biennale Zürich, vom 7.-10. September.

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